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Bei der Tanzsucht handelt es sich angeblich um eine im Mittelalter grassierende Krankheit, bei der Tausende Menschen aus religiösen Gründen tanzten, bis sie Schaum vor dem Mund hatten und in Zuckungen verfielen. Ähnlich wie heute noch die muslimischen Derwische in der Türkei, die während eines endlosen Kreiseltanzes in eine religiöse Trance fallen, wollten die mittelalterlichen Dauertänzer womöglich himmlische Visionen empfangen.
Die konsternierten Angehörigen der Tänzer beteten Hilfe suchend zum heiligen Veit, weshalb sich der Name “Veitstanz” eingebürgert hat. Ausgelöst wurden diese Massentänze womöglich durch Vergiftungen, etwa durch den halluzinogen wirkenden Mutterkornpilz, der damals das Getreide befiel.
Die Begriffe “Veitstanz”, “Tanzwut” und “Tanzsucht” sind zudem veraltete Bezeichnungen für die schwere, bislang unheilbare Erbkrankheit Chorea Huntington, bei der für Bewegungen verantwortliches Nervengewebe im Gehirn zerstört wird und die Betroffenen u.a. unter unkontrollierten Bewegungen von Armen und Schultern leiden.
Quelle: Einstein für Quanten-Dilettanten 2011, Harenberg Verlag
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